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Samstag, 29. Juni 2013

Verschwindibuh

Kinder. Leichtgläubig. Vertrauensselig. Vor allem bei den eigenen Eltern und Großeltern. Zumindest bis zu einem bestimmten Alter.

Wie alt war ich? Vielleicht zarte fünf Jahre alt. Vielleicht auch ein oder zwei Jahre älter, genau kann ich mich nicht mehr daran erinnern. Vielleicht können es meine Eltern nachvollziehen, weil sie die Rechung immer noch aufbewahrt haben. Ich kann mich nur vage an die ungefähre Zeit erinnern.

Unsere alte Waschmaschine ging kaputt. Ein Toplader, und das neue Gerät war ein Frontlader mit Bullauge. Mit Fenster zum Gucken! Man konnte sehen, was mit der Wäsche in der Maschine passiert!

Beim ersten Waschgang mit dem neuen gerät kam es, wie es kommen musste: Der gesamte Haushalt von Noch-bist-du-aber-recht-klein (sozusagen) versammelte sich staunenden Auges in der Waschküche. Einem leicht feuchten, muffigen Keller mit Tür zum Garten. Staunend standen wir vor dem Bullauge. Es passierte etwas! Die Wäsche drehte sich hin und her, wurde feucht, das Wasser bekam dank der Lauge des Waschmittels Schaum. Es war beinahe wie Fernsehen. Aber auch nur beinahe.

Meine Lieblingsklamotten waren mal oben, mal unten, und immer konnte ich sie verfolgen und beobachten. Es war fast schon eine Beruhigung.

Doch dann passierte es plötzlich: Das Gerät drehte sich schneller und schneller, aufgrund der Zentrifugalkraft konnte man die Wäsche nicht mehr erkennen. Meine Klamotten waren weg! Die Kleine war ganz schön aufgeregt.

Plötzlich sprach mein Großvater meine bittersten Befürchtungen laut aus. Ein Schelm, der Böses dabei denkt! Und ich? Ich fing bitterlich an zu weinen.

Vermutlich habe ich mich erst wieder beruhigt, als der Schleudergang vorbei war und die Wäsche wieder zu sehen war.

Dieses Label ist gewidmet: Yours Truly

Donnerstag, 18. Oktober 2012

Tippen wie die Weltmeister

Jaaaaa... Unsere Schule bot einen Schreibmaschinenkurs an, als ich 12 war. Meine Mutter hat mich hingeschickt.

Sicher, es hat mir einiges gebracht (vor allem kann ich heute kaum begreifen, wie man nicht einfach blind tippen kann, gerade wenn man viele Jahre seines Berufslebens im Büro verbracht hat), und der Beginn war spannend. Bevor wir nämlich anfingen zu tippen, mussten wir auswändig lernen, welcher Buchstaben auf welcher Taste mit welchem Finger zu bedienen ist.

Dafür bekamen wir ein Lehrbuch, in dem pro Zeile ein Buchstabe stand, die Positionen, die man gerade lernen sollte, in den nächsten Spalen, und man musste dann in der richtigen Spalte sein Kreuzchen setzen. Das wurde so lange abgefragt, bis man es (zumindest halbwegs) im Schlaf konnte.

Schlimm wurde es erst, als die Sonderzeichen kamen. Warum? Meine Eltern hatten eine alte mechanische Maschine mit einer veralteten DIN-Normung zu Hause, auf der ich regelmäßig meine Hausaufgaben tippen musste, in der Schule hatten wir aber moderne elektrische Geräte mit der neuen Normung. Einige der alten Zeichen kann ich heute noch im Schlaf und muss am PC überlegen.... Die Macht der Gewohnheit halt.

Schlimm wurde es, als es zum Schnellschreiben ging. Daran bin ich kläglich gescheitert, und meine Maschine zu Hause hat nicht wirklich dabei geholfen. Die Buchstabenreihen waren so weit auseinander, dass meine kleinen, zarten Finger (ja, das waren sie wirklich mal!) immer wieder zwischen die Tasten gerutscht sind. Meine kleinen Finger konnten die entsprechenden Buchstaben auch kaum treffen. Das heißt: Treffen konnten sie sie schon, aber die Kraft, die ich benötigte, um einen Buchstaben auf der richtigen Höhe auf dem Blatt zu platzieren, fehlte.

Ja, und wie habe ich anfgangen, nicht mehr im Adler-such- und Geier-Sturzflug-System auf unserer Hammer-Maschine herumzuhacken? Mit Musik. Kurioserweise, obwohl das Lied eigentlich gar nicht wirklich schnell ist, hat "One Night in Bangkok" meine Tippgeschwindigkeit anfangs enorm gesteigert. Ich kann bis heute dieses Lied nicht mehr hören, ohne mir ein Grinsen zu gönnen und an jene verzweifelten Momente zu denken, wo mich dieser Schreibmaschinenkurs an den Rand des Wahnsinns getrieben hat.
Meine Eltern vermutlich auch, weil die Maschine zu allem Überfluss auch noch extrem laut war!

Montag, 8. Oktober 2012

Als Werte wie Wertbeständigkeit noch Wert hatten

Oder wie war das doch gleich mit den teuren Anschaffungen?

Wenn man mal von den Autos absieht, gab es doch auch die eine oder andere Anschaffung, die man sich einmal leistete und die einem dann treue Dienste über viele Jahre hinweig leistete, bei der älteren Generation sogar über Jahrzehnte.

Da dies in einzelnen Blogs genauer beleuchtet werden soll, hier nur ein paar kurze Ausblicke, um welche Themen es mir dabei geht:

  • Telefon
    von Wählscheibe über Tasten und "technischem Schnickschnack" wie ein separater Anrufbeantworter mit Kassette bis hin zu modernen Schnurlosgeräten
    Unterabteilung Handy: vom Knochen Ende der 1990er bis zu den Computern der aktuellen Generationen ("Telefonieren kann man damit übrigens immer noch")

  • Fernseher
    von Schwarzweißgeräten mit Programmknöpfen am Gehäuse über Fernbedienungen und erste "TV-Computer" (Videotext!) bis hin zu modernen Alleskönnern

  • Musik
    Die Musiktruhen mit großen Elfenbeinknöpfen und "Netzlautsprechern" sowie anderen interessanten Details über die ersten Stereoanlagen mit diversen Errungenschaften bis hin zu - der heutigen Vielfalt.

  • Computer
    C64, Atari, Commodore, die ersten PCs (wer war noch alles stolz auf einen "unschlagbaren 486er"?), einfarbige Displays (grün auf schwarz oder orange auf schwarz, natürlich in DOS), die ersten Apple MacIntosh... Und heute?  

Aber das weiß jeder am besten selbst, die Frage muss jeder für sich beantworten. Will ich wirklich jeden Wandel mitmachen? Was ist notwendig? Was mache ich mit, weil es mir gefällt, auch wenn ich es nicht wirklich brauche? Wo setze ich meine Grenze?

Wenn ich so könnte, wie ich wollte, hätte ich mit Sicherheit mehr technischen Schnickschnack, und ich merke allmählich, dass ich in die Richtung meiner Eltern und Großeltern verfalle. Aber will ich das wirklich? Will ich wirklich irgendwann völlig ignorant dastehen und vor der Technik womöglich Angst bekommen?
Ich weiß, dass ich auf dem Laufenden bleiben muss, weil ich sonst überrollt werde. Aber wo hört da informiert sein wollen auf, wo beginnt der Zwang? Ich weiß es nicht. Ich grübel noch.